Aus PCOS wird PMOS: Warum der neue Name sinnvoll ist
- Leonie Barbi
- 13. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Vielleicht hast du es bereits gelesen: Die Zyklusstörung PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) wurde offiziell umbenannt und heißt künftig PMOS ( =Polyendocrine Metabolic Ovarian Syndrome).

Die neue Bezeichnung soll besser zeigen, worum es bei der Erkrankung tatsächlich geht. Denn der Begriff „polyzystische Ovarien“ beschreibt oft nur einen kleinen Teil des Ganzen – oder trifft sogar gar nicht zu.
PMOS macht deutlicher, dass es sich um eine multifaktorielle Erkrankung handelt: hormonelle Prozesse, Stoffwechsel, Insulinregulation und Schilddrüsenfunktion, Menstruationszyklus und Eisprung, Hautbild, Haare und Energielevel sowie mentales Wohlbefinden.
Genau deshalb passt der neue Name besser:
Polyendocrine → mehrere Hormonsysteme sind beteiligt
Metabolic → der Stoffwechsel spielt eine zentrale Rolle
Ovarian syndrome → die Eierstöcke können betroffen sein, stehen aber nicht allein im Fokus
Gerade der Stoffwechsel-Aspekt wurde in der Vergangenheit häufig unterschätzt. Dabei zeigen viele Betroffene Zeichen einer Insulinresistenz oder kämpfen mit Insulinresistenz, Gewichtszunahme oder Erschöpfung. Deshalb spielt Ernährungstherapie in der Begleitung von PMOS eine wichtige Rolle. Nicht im Sinne von strengen Regeln oder „perfekter Ernährung“, sondern als Möglichkeit, den Körper gezielt zu unterstützen und Symptome besser zu regulieren.
Auch in meinen bisherigen Beiträgen rund um Zyklus, Hormone und Frauengesundheit ging es genau darum: den Körper nicht isoliert zu betrachten, sondern Zusammenhänge zu verstehen.
Außerdem: Die bisherigen Diagnosekriterien bleiben aktuell bestehen. Allerdings sind für 2028 neue internationale Guidelines angekündigt, die die Erkrankung künftig umfassender einordnen sollen.
Die Umbenennung allein verändert zwar noch keine Therapie – sie kann aber helfen, PMOS verständlicher zu machen, die Erkrankung rascher zu diagnostizieren und Betroffenen langfristig mehr Sichtbarkeit und bessere Versorgung zu ermöglichen.
Quelle:
Teede, H. J., Khomami, M. B., Morman, R., Laven, J. S. E., Joham, A. E., Costello, M. F., Patil, M., Rees, D. A., Berry, L., Cree, M. G., Zhao, H., Norman, R. J., Dokras, A., & Piltonen, T. (2026). Polyendocrine metabolic ovarian syndrome, the new name for polycystic ovary syndrome: A multistep global consensus process. The Lancet, 0(0). https://doi.org/10.1016/S0140-6736(26)00717-8
_edited.jpg)



Kommentare